2008: Ein ausgezeichnetes Geschäftsjahr
vor Eintreten der Krise

Luxemburg, den 12. Mai 2009. Die heutige ordentliche Hauptversammlung der Paul Wurth S.A. genehmigte den Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2008.

Auch wenn das zweite Halbjahr 2008 von einem radikalen Umschwung der Weltkonjunktur geprägt wurde, so startete das Jahr 2008, besonders für die Stahlindustrie, in einem günstigen Wirtschaftsklima. Die sehr starke Stahlnachfrage und die Fortsetzung der 2007 eingeleiteten Investitionsprogramme verschafften der Paul Wurth Gruppe wichtige Auftragseingänge und somit, im Allgemeinen, ein ausgezeichnetes Geschäftsjahr 2008.

„Dank eines soliden Technologieportfolios“, so Verwaltungsratsvorsitzender Michel Wurth, „sowie einer starken internationalen Präsenz wird Paul Wurth die derzeitige Krise meistern können und verstärkt auftreten, sobald der Markt wieder anzieht“.

Rege Geschäftstätigkeit

Das Volumen an neuen Aufträgen belief sich auf 734,6 Millionen Euro (2007: 781,3 Millionen Euro) und brachte den Auftragsbestand auf das bis dahin nie erreichte Niveau von 1.108,8 Millionen Euro (2007: 1.065,1 Millionen Euro). Der ergiebigste Markt für die Paul Wurth Gruppe war 2008 Indien mit 23,4% der Neuaufträge.

Die Technologien von Paul Wurth im Bereich der Roheisenerzeugung fanden ein weiteres Mal Bestätigung in der erfolgreichen Inbetriebnahme des größten, je in Indien gebauten Hochofens, des neuen Hochofens ‘H’ bei Tata Steel in Jamshedpur. Nur sechs Monate nach dieser Inbetriebnahme beauftragte der Kunde Paul Wurth mit dem Bau eines weiteren neuen Hochofens (’I’) und bekräftigte somit sein Vertrauen in die Spitzentechnologien und in das erwiesene Know-how der Gruppe.

Das operative Geschäft stand 2008 ganz im Zeichen intensiver Arbeiten zur Umsetzung großer Projekte, die in der Zwischenzeit die Baustellenphase erreicht haben. Erinnern wir in dem Zusammenhang daran, dass Paul Wurth S.A. von ThyssenKrupp CSA Siderúrgica do Atlântico mit dem Bau von zwei kompletten Hochöfen für ein neues Stahlwerk in Sepetiba (Brasilien) beauftragt wurde. Erwähnenswert ist auch die Grossbaustelle in Dangjin (Südkorea), wo Paul Wurth am Bau von zwei neuen Hochofenanlagen für Hyundai Steel mitwirkt. Abgerundet wir dieses Bild durch eine Reihe wichtiger Investitionen von Novolipetsk Steel in Russland.

2008 war auch im Bereich der Kokereien ein bemerkenswertes Jahr. Die Gruppe erhielt zum ersten Mal in Japan eine Bestellung für den Bau einer neuen Koksofenbatterie bei Sumitomo Metal Industries. Ein zweiter wichtiger Auftrag wurde mit Bhushan Steel hinsichtlich des Baus einer neuen Kokerei in Indien unterzeichnet.

Im Bereich der Recyclingtechnologien galt das Jahr 2008 ausschließlich der Montage und Fertigstellung der Primus®-Anlage bei Dragon Steel Corporation in Taiwan. Die Anlage zur Aufbereitung von jährlich 120.000 t Reststoffen aus der Stahlindustrie wurde im April 2009 in Betrieb genommen.

Die Abteilung Civil Construction erlebte ebenfalls ein sehr geschäftiges Jahr 2008. Nicht weniger als drei Prestigeprojekte, für die Paul Wurth umfangreiche Aufgaben übernommen hatte, wurden zwischen Juni und Dezember 2008 abgeschlossen. Es handelt sich um die Erweiterung der Europäischen Investitionsbank, um den Bau des neuen Justizviertels am Heilig-Geist-Plateau in Luxemburg sowie um die neuen Verwaltungsgebäude des Europäischen Gerichtshofes.

2008/2009 verstärkte Paul Wurth auch weiterhin seine Kundennähe mit neuen Niederlassungen in Großbritannien und Vietnam, einer Vertretung in der Ukraine sowie einer Montageeinheit in Shanghai.

Die Resultate für das Geschäftsjahr 2008

Die kommerziellen Erfolge der letzten Jahre führten zu einer starken Steigerung des konsolidierten Umsatzes der Gruppe auf 668,7 Millionen Euro (2007: 414,9 Millionen Euro). Dank eines guten operativen Ergebnisses erreichte das konsolidierte Nettoresultat 45,3 Millionen Euro (2007: 33,3 Millionen Euro). Die guten Ergebnisse haben die Hauptversammlung dann auch bewogen, der Ausschüttung einer unveränderten Bruttodividende von 420 Euro pro Aktie für das Geschäftsjahr 2008 zuzustimmen.

Ausblick

Die im Herbst 2008 eingetretene Finanzkrise hat einen Schlussstrich gesetzt unter mehrere Jahre starken Wachstums in der Stahlindustrie. Angesichts des plötzlichen Einbruchs der weltweiten Stahlnachfrage mussten viele Stahlkonzerne ihre Produktion drosseln und verschiedene ihrer Modernisierungs- oder Expansionsprojekte überdenken, zurückstellen oder gar stornieren. Auch wenn für Paul Wurth der Impakt auf die laufenden Projekte relativ gering ist, so werden sich die Inbetriebnahmen verschiedener Anlagen ganz sicher zeitlich verschieben.

In Luxemburg befinden sich die Verhandlungen zur mehrheitlichen Beteiligung von Paul Wurth an CTI Systems S.A. kurz vor Abschluss. Durch die Annäherung zu CTI Systems werden die Kompetenzen der Gruppe gestärkt, das Leistungsangebot an Kunden erweitert und die Basis geschaffen für die Entwicklung eines zusätzlichen Geschäftszweiges außerhalb der Stahlindustrie.

Aufgrund der unsicheren Wirtschaftsprognosen für 2009 ist große Vorsicht geboten, was die künftige Geschäftsentwicklung betrifft. Sicher scheint jedoch, dass das Volumen an neuen Investitionen, zu denen die Kunden bereit sind, merklich zurückgehen wird. Die Führung der Geschäfte, mit dem Auge für das Wesentliche, ist zwingender denn je. Die Fähigkeit der Gruppe, sich den geänderten Kundenansprüchen anzupassen sowie die Einsatzbereitschaft und Motivation der Belegschaft werden es Paul Wurth erlauben, den schlimmsten Folgen der derzeitigen Krise standzuhalten.

PAUL WURTH S.A. • 32, rue d'Alsace • Postfach 2233 • L-1022 Luxembourg
Tel.: (+352) 4970-1 • Fax: (+352) 4970-2209 www.paulwurth.com

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